Galerie Schall und Echo
das Krokodil von Cuno Sauerteig

Mein Hunger nach Thunfisch und Anerkennung ist oft größer als der Appetit auf Wahrheit. Nur manchmal versuche ich das Sein zu verstehen anstatt es aufzuessen. Spiele dann eitel mit meinen Attrappen, in denen es verhaftet ist, um den Eiter heraus zu lassen. Füge meine Objekte zusammen, bis sie ihn stimmig verstören. Acker meine Sprache um, bis Scherben zum Vorschein kommen.

Wem seine Objekte missfallen, der ist ein Träumer, wem sie gefallen ein Realist.

Geist und Körper von Cuno Sauerteig 2022
Galerie Schall & Echo
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Tragödie von Cuno Sauerteig

Wir wollen von uns sprechen. Können wir das?

Wir wollen voneinander nichts wissen. Aber möglichst viel erfahren.

Wir lassen uns leichter Erschüttern als Bewegen.

Wir kommen zur Welt, nicht um uns, sondern um sie zu verändern.

Wir erkennen das uns Nötigende eher als das uns Nötige.

Wir haben einen Kopf aus Beton, aber alle überschreitbaren Grenzen im Gedanken.

Wir suchen ein Paradies das nicht wir verloren haben.

Haben innen unsere Lustgärten, außen unsere Luftschlösser.

Wir träumen vom Paradies und verschlafen darüber Himmel und Erde.

Wir leben abwechselnd im Irrtum und im Glauben.

Wir verteidigen unsere Fehler ein Leben lang.

Über kurz oder lang tauschen wir unser Leben gegen unsere Lebensgeschichte aus.

Wir sagen es muss anders werden und eben sagten wir noch, es musste so kommen.

Unser Leben vergeht nicht, wir vergehen uns an ihm.

Ich möchte von mir sprechen. Kannst du das?

Wir von Elazar Benyoetz mit leichten Abwandlungen von Sauerteig

Möchte nicht immer nur sein wer ich bin, sondern manchmal auch der wer ich sein könnte.

„Ich du er sie es bin bist ist keine Libelle, aber wir finden uns flügellos schwebend unter einem Himmel aus kurzem Septembergras, über das der rauchduftende indianische Wind hinwegzieht…“

H.C. Artmann

 

Cuno Sauerteig (Staffellauf)

 

die sechs Ichsünden von Cuno Sauerteig

Niemand weis wie es um sein Gerippe steht.
Wie lange der Narr in ihm noch weiter dreht.
Deshalb schätze deine Dauer hier auf Erden,
weil alles Individuelle muss am Ende sterben.

Quo Vadis?
fragt der Schatten das Licht,
der Tod das Leben.
Einen Reim will er dir noch weben,
mit süßen Worten,
nach ewiger Schönhei streben.

der Wortnarr von Cuno Sauerteig

„Wer in der Sprache lebt und mit vielen Worten im Streit liegt, weiß die Antwort zu schätzen, die man sich für immer schuldig bleibt.“

Elazar Benyoetz